Entstehungsgeschichte vom Spur1 Team Württemberg
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Ein Bayer in Stuttgart war Ende 1994 der Zündfunke für das Spur 1-Team Württemberg. Er wollte die im Bereich Mittlerer Neckarraum wohnenden Mitglieder des Spur 1-Team Hagen e.V. zu einem Stammtisch zusammenbringen, um die doch große Entfernung nach Hagen/Westfalen auszuschalten. Wir trafen uns einmal im Monat und fachsimpelten mehr oder weniger distanziert. Irgendwann kam das Thema Module auf und ob man nicht mal ......?

Alle waren sehr positiv dazu eingestellt, nur liefen die Wünsche und Möglichkeiten besonders im Bereich Radius doch extrem auseinander. Auch Ansichten über spielerisches Fahren oder modellgetreuen Betrieb standen sich beinahe unversöhnlich gegenüber. Es kam wie es kommen musste; die Gruppe, ursprünglich nur „Hagener“, veränderte und erweiterte sich, wurde aber homogener.

Irgendwann hatten sich die Ansichten der bei der Stange gebliebenen Leute soweit angenähert, dass es plötzlich schnell ging. Alle waren sich einig, dass auf keinen Fall ein Verein mit vereinseigenen Modulen, etc. gegründet wird, sondern sich jeder nach seinen Möglichkeiten beteiligen soll. Das bedeutet, jedes Modul, jedes Fahrzeug, jedes Zubehör hat seinen Eigentümer. Gemeinschaftliches Eigentum nein, aber gemeinsames Handeln ja!

Insgesamt kamen über 40 Module zusammen, und die Planung konnte beginnen. Alle Holzmodule wurden beim gleichen Schreiner gefertigt, das Schienenmaterial und die Elektrik gemeinsam bestellt und je nach persönlicher Anzahl der Module verteilt und verrechnet.

Im Frühjahr 1996 begann die Verlegung der Schienen. Die Halbkreise mit Überhöhung wurden in einer Schnapsbrennerei, die 9-gleisige Bahnhofsanlage auf dem riesigen Dachboden einer bekannten Veranstaltungshalle in einem Stück gefertigt. Man benötigte eben Platz!

Zur Elektrifizierung nahm anschließend jeder seine Teile wieder nach Hause, verkabelte sie nach genauen Vorgaben und schotterte die Gleise ein. Hier müssen wir uns vielmals bei zwei damals noch kleinen Mädchen bedanken, die in schwerer Fronarbeit etwa 1000 kg Straßenschotter auf die richtige Größe gesiebt haben.

Es gelang gerade noch rechtzeitig die Module soweit fertig zu stellen, dass am Wochenende des 1. Advents der Mindest(fahr)zustand für unsere erste Ausstellung erreicht war.

Aber Flops bleiben naturgemäß nicht aus.

Die Schulturnhalle von Winterbach war zu klein. Der DurchgangsBahnhof fristete deshalb in der Anlagenmitte seine Premiere als Abstellfläche für Fahrzeuge, und seine Gegengerade wurde geteilt um überhaupt fahren zu können.

Trotz dieses Fauxpas waren wir alle mächtig stolz hier erstmals wirklich lange Züge fahren lassen zu können, wenn auch ziemlich langweilig immer hintereinander im Kreis herum.

Ursprünglich war vorgesehen verschiedene Systeme (Innen- und Außenkreis) laufen lassen zu können, aber das führte sehr schnell zu einem Chaos, zumal die Anschlussleitungen, Trafos und Zentraleinheiten noch nicht fertig waren. Deshalb wurde für die Zukunft nur noch Märklin-Motorola zugelassen.

Trotz teils unfertiger Module, fehlendem Bahnhof und Probleme mit der Stromversorgung, waren die Zuschauer begeistert! So etwas riesiges hatte man zumindest in Süddeutschland noch nicht gesehen.

Wir nahmen eine ellenlange Liste zum Erledigen mit nach Hause.


1997 sollte in Göppingen zum ersten Mal der ModellbahnTreff stattfinden.

Hier wollten wir unbedingt dabei sein, und tatsächlich bekamen wir die Zusage. Monatelang haben wir uns in einer Sammelgarage bei einem Teamkollegen getroffen und dort geschottert (Bahnhof war noch völlig ohne!), Landschaft angedeutet, beflockt und ausgeschmückt. Ein Außenvorhang rund um die Anlage wurde genäht. Erstmals wurden zwei selbstgebaute Booster zu je 10 A eingesetzt. Kurz vor dem Aufbautermin kam noch die Forderung nach einer Abstellfläche für Züge auf, damit nicht immer die Anlage komplett zum Austauschen stillgelegt werden musste.

Dies wurde kurzerhand dadurch gelöst, dass Teile einer bestehenden Anlage eines Teamkollegen in der Höhe angepasst und Gleise und Elektrik provisorisch verbunden wurden. Es funktionierte prima.

Die Veranstaltung war für uns ein voller Erfolg, obwohl sie, wie wir erst später erfahren haben, durch zwei kleine Vorfälle getrübt wurde.

(Wir haben zur erstmaligen Inbetriebnahme der ganzen Anlage mit Sekt angestoßen. Dies wurde uns verübelt. Wie kann man vor Besuchern/Kindern Alkohol trinken!?)

Bei diesem ersten Modellbahntreff ist uns allerdings sehr stark bewusst geworden, dass die Personen am Steuerpult einem extremen Stress unterworfen sind. Es wird ja schließlich vom Veranstalter gefordert, dass die Anlage läuft und sich ständig etwas bewegt. Bei den Werten, die auf der Anlage fahren, dürfen jedoch keine Fehler passieren.

Am zweiten Tag der Veranstaltung waren wir alle ziemlich ausgelaugt. Da traf es sich gut, dass sich ein Neuling aus dem N-Bereich zu uns gesellte. Er wurde sofort voll mit Verantwortung eingedeckt. Geschadet hat es ihm offensichtlich nicht. Er ist heute noch dabei.

Auf Grund dieser Erfahrung hat der Schreiber dieser Zeilen alle anderen endlich überzeugen können eine Automatik für Ausstellungen einzubauen.

Die Programmierung dieser Automatik war relativ schnell erledigt, doch es waren Reedkontakte und Stecker für das Flachbandkabel einzubauen und - natürlich unbedingt notwendig - die Automatik zu testen, da sich besonders bei der FreiGleisSuche im Bahnhofsbereich immer Fehler einschleichen.

Es ging einige Zeit mit mehreren Aufbauterminen ins Land, bis wir von einer kleinen Gemeinde im Remstal im Rahmen eines Kinderferienprogramms die Gelegenheit bekamen, die Anlage 2 Wochen lang aufzubauen. Morgens durften angemeldete Kinder mit uns basteln und Eisenbahn fahren. Nachmittags und abends hatten wir Zeit an unserer Anlage weiterzubauen.

Nach Ausmerzung einiger kleiner Fehler lief die Automatik perfekt. 5 Züge im Außenkreis und 4 Züge im Innenkreis wechselten sich in dem 7-gleisigen Bahnhofsbereich nach dem Zufall ab.

Im Innenbereich, der durch eine 7 m lange Gleisharfe, eine Diagonale zum Wenden und durch weitere Gleise und Abstellmöglichkeiten erheblich erweitert wurde, blieb alles beim Handbetrieb.

Mit diesem Stand bewarben wir uns bei der InterModellBau Dortmund und wurden dort trotz Problemen mit der Anlagengröße eingeladen. 8 Mann waren über eine Woche zu Gast. Es war traumhaft. Die Anlage lief und lief und lief. Wir konnten uns mit den Zuschauern unterhalten, da nur eine Person zur Überwachung des Betriebs notwendig war. Im Innenbereich konnten wir und auch Gäste spielen, sodass alle auf ihre Kosten kamen.

Auch hier gab es Erweiterungs- und Verbesserungsvorschläge an Anlage und Automatik, die nach und nach umgesetzt wurden.

Es folgten 1999 wieder einige Aufbauten mit dieser großen und auch mit einer etwas kleineren, privaten zweistockigen Anlage eines Teamkollegen beim 2. Märklin Modellbahntreff in Göppingen, bei der Fa. Bosch, in großen Autohäusern, wieder beim Kinderferienprogramm in Korb und zum 3. Mal in Winterbach.

2000 wurden wir mit dieser kleineren, privaten Anlage und einer weiteren privaten, L-förmigen Anlage zum 2. Mal nach Dortmund eingeladen.

2001 waren wir mit der vollständigen großen Anlage beim 3. Modellbahntreff in Göppingen, wieder mit großem Erfolg, obwohl wir während der Ausstellung der Verzweiflung nahe waren. Alle unsere Booster, in der Zwischenzeit 5 Stück à 10 Ampere, versagten ständig unmotiviert den Dienst. Bis wir den Fehler entdeckten - die Netzspannung betrug wegen der starken allgemeinen Belastung in der Halle nur 185 Volt - vergingen mehrere Stunden.

Weitergebaut wurde im Sommer 2001 wieder 2 Wochen lang in Korb, und die letzte Ausstellung war erneut zum Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende in Winterbach.